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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 03.10.2018 23:38 
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Mijikai hat geschrieben:
Eben, deshalb sollte man auch mit Annahmen vorsichtig sein. Für mich persönlich ist das Miteinander wichtiger als Geld.

Solche Phrasen kenne ich und lese sie auch reht häufig. Sie kommen meist von Menschen, die sich um Geld auch kaum noch Gedanken machen müssen. Sie gehen arbeiten und am Monatsende ist die Tüte voll genug. Es gibt aber eben auch sehr viele Menschen, bei denen es nicht der Fall ist. In meiner alten Heimat ist der Niedriglohnsektor erheblich ausgeprägter gewesen. Da gehört es schon fast dazu, 2 Jobs nachzugehen. Wo hat man da noch Zeit? 40 Stunden klöppeln und mit 1.100 € Netto nach Hause. Nach Fix-Kosten bleiben einem kaum mehr wie bei der Grundsicherung.

Ich kann mich noch gut daran erinnern. Nach der Frühschicht, die um 6 Uhr beginnt, direkt 14:30 Uhr mit dem Zug 35 km nach Hause zu fahren, sich umzuziehen, nochmal 2 km zu laufen und dann an der Tanke 3x die Woche von 16 bis 20 Uhr zu jobben. Und damals waren das nur 400 € Stellen und keine 450 €. Die Woche darauf hat man um 08:00 Uhr an der Tanke angefangen und stand pünktlich um 14:30 Uhr zum Schichtwechsel beim Hauptjob auf der Matte. Aber anders hätte ich mir garnichts leisten können. Und dann bringt einem die ganze Zeit am Ende auch nicht mehr viel.

Viele wollen es nicht wahr haben. Aber ohne ein gewisses Mindestmaß an Einkommen fühlt sich das Leben kaum lebenswert an. Ich spreche da aus leidvoller Erfahrung. Und ich weiß nicht, wo ich heute wäre, wenn ich mich nicht zweimal getraut hätte, mein Leben völlig über den Haufen zu werfen und neu zu gestalten. Ich kenne heute auch noch viele, die sehr wenig haben und mir erzählen, das sie sich arangiert haben und damit glücklich sind. Aber man sieht ihnen eher an, das sie aufgegeben haben.

Geld hat eine ungeheure Macht und man kann sich dieser nicht entziehen, wenn es am Geld mangelt. Und wenn man selbst da einmal durch ist, schafft man es auch eher, diese Tatsache zu aktzeptieren. Wenig Einkommen ist nicht zwingend ein Kampf ums überleben. Aber wirklich Leben sieht trotzdem anders aus. Und wer wenig hat, dem Kreisen die meisten Gedanken genau darum. Egal ob sie Zeit haben oder nicht. Und deswegen sehe ich Geld nicht als Virtuell an. Denn bisher hat mich nichts, was wirklich virtuell ist, an irgendetwas gehindert. Und so lange etwas die Macht hat, mich an etwas zu hindern, mich einzuschränken oder zu kontrollieren, ist es nicht virtuell. Auch wenn es in Zeiten des Internets immer virtueller aussieht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 04.10.2018 11:14 
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Registriert: 18.08.2017 09:35
Kurzer hat geschrieben:
mich würde interessieren was du beruflich und als hobby machst. geh in deinen fragethreads doch mal mit gutem beispiel voran.

Ich bin noch in Ausbildung und daher noch Schüler. Bald werde ich berufstätig. Daher interessiert mich, was ihr so macht.
Hoffentlich krieg ich n Job und werde nicht arbeitslos. :(

Meine Hobbys sind programmieren, ehrenamtlich in Tafel aushelfen, yoyo spielen und puzzeln.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 04.10.2018 11:21 
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Hmm .. soviel ist gar nicht anders zwischen meiner Situation und der, die TroaX beschreibt. Ich stehe früh Morgens wenn es noch Stockdunkel ist auf, bin ca. 1-2h Unterwegs (exakt 35km) mit Bus und Bahn, arbeite 7-9h und gehe dann wieder 1-2h nach Hause. Allerdings brauche ich keinen Zweitjob, das Geld reicht gut. Dennoch kenne ich Leute, die deutlich mehr netto bekommen ohne je studiert zu haben, obwohl deren Arbeit wesentlich simpler ist.

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Angenommen es gäbe einen Algorithmus mit imaginärer Laufzeit O(i * n), dann gilt O((i * n)^2) = O(-1 * n^2) d.h. wenn man diesen Algorithmus verschachtelt ist er fertig, bevor er angefangen hat.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 04.10.2018 12:01 
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Ich hätte aber auch selbst nicht mehr damit gerechnet, mal einen Job zu bekommen, wo ich so viel für 35 Stunden die Woche bekomme. Nächstes Jahr geht es für mich an die IHK nach dreimonatigen Intensivkurs und schließe endlich eine anerkannte Berufsausbildung ab (Fachkraft für Lager und Logistik). Von Nöten ist es zwar nicht. Aber ich will es zur Sicherheit machen. Dann kann ich, sollte doch mal etwas schief gehen, immernoch Berufserfahrung UND Gesellenbrief vorweisen. Diese Papiere sind einfach nicht zu unterschätzen. Innerhalb eines Unternehmens kann man sich beweisen. Aber man muss erst einmal hinneinkommen. Und da gibt es nur zwei Möglichkeiten. Papiere oder ganz unten anfangen und sich den Arsch aufreißen.

Angefangen habe ich bei der jetzigen Firma als Lagerhelfer (Palettierung). Jetzt sitze ich im Büro und kümmere mich um die Transporte zu den Kunden und Erstellung der Notwendigen Papiere. Dazwischen habe ich im operativen Versand selbst die Ladungen zusammengestellt und verladen.

Und das alles inenrhalb von 2 1/2 Jahren in einer Firma, wo einige andere gesagt haben, das sie die Leiharbeiter nur verarschen und einen im Regen stehen lassen. Viele Leute solten langsam mal merken, das ihre Behandlung vielleicht auch damit zu tun hat, wie sie sich selbst gegeben haben. Ich zumindest hatte meine unbefristete Festanstellung/Übernahme nach 18 Monaten in der Tasche. Denn in der Firma selbst habe ich nie wirklich eine unfaire Behandlung miterlebt. Ist jemand geflogen, war mein erster Gedanke immer: Kein Wunder! Denn wenn man mit den Leuten zusammenarbeiten muss, dann sieht man mehr als die jenigen, die eine weitere Beschäftigung zu entscheiden haben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 04.10.2018 15:45 
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Registriert: 06.06.2011 22:53
Kurzer hat geschrieben:
Mijikai hat geschrieben:
Geld ist virtuell Zeit nicht.
du kannst geld aber gegen zeit eintauschen. Ich habe jetzt z.b weniger geld, aber mehr freizeit.
das muss jeder für sich selbst gewichten.


Ja, das kann ich genau so unterschreiben. Daher habe ich mir auch gesagt: Scheiß drauf! und mir dieses Jahr ein Sabbatical genehmigt. Daher erwirtschafte ich im Moment auch lediglich einen negativen Überschuss, der monatlich im niedrigen 4-stelligen Bereich liegt. Aber das wichtigste für mich: mir gehts gut. Das konnte ich im Job bei dem 60 Stunden Wochen vollkommen normal und 80 Stunden Wochen immer öfter vorkamen leider nicht behaupten. Ok, es wurde gut bezahlt, sonst könnte ich mir auch jetzt das Sabbatical nicht leisten, aber irgendwann ist dann Zeit eben doch wichtiger als Geld.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 04.10.2018 16:04 
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Erklärung von Sabbatical, für so dösbuttels wie mich <)
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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 19.02.2019 16:26 
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DarkDragon hat geschrieben:
Allerdings brauche ich keinen Zweitjob, das Geld reicht gut. Dennoch kenne ich Leute, die deutlich mehr netto bekommen ohne je studiert zu haben, obwohl deren Arbeit wesentlich simpler ist.


Das ist eine Sache, die ich auch nicht verstehen werde. Es ist schließlich ein Totschlagargument für das Studium, zumindest was gewisse Studiengänge angeht. Ich kenne so viele Leute, die z. B. ein geistes- oder sozialwissenschaftliches Studium haben und inzwischen für einen Erbsenlohn arbeiten gehen. Die haben einen Master-Abschluss in Germanistik und Müllfahrer und Kassierer verdienen dennoch mehr (womit ich jetzt keine Berufsgruppen abwerten möchte). Selbst wenn man die Sinnhaftigkeit mancher Studiengänge (anfangs) vielleicht anzweifeln mag ("Und was macht man später damit?"), ist es ein Unding, dass die hart erarbeiteten Abschlüsse (und das sind sie) für den ausgeführten Job keinen Wert haben sollen. In Deutschland wird das Studium ja ach so hochgehalten, darf man es sich schon gar nicht mehr wagen, nicht auf das Gymnasium zu gehen, das Abitur zu machen und zu studieren.... und dann werden die Absolventen mit Niedriglöhnen abgespeist. Das betrifft jetzt nicht nur Geisteswissenschaftler, auch BWL Studenten haben es u. a. immer schwerer, gut bezahlte Stellen zu finden. Viel Schuld trägt daran m. E. der ganze Start-up Arbeitsmarkt. Coole, hippe Jobs, die man auch per Quereinstieg machen kann, locken natürlich die Studenten an, die von einem Praktikum abgesehen, oft nichts vorzuweisen haben (außer das schon beinahe übliche Auslandsjahr, um hohe Selbständigkeit vorzugaukeln). Start-up Unternehmen haben nun aber wenig Geld und brauchen Angestellte, die 40 Stunden Plus proaktiv ihren Job und zugleich andere Aufgaben gegen eine geringe Entlohnung rocken. Leider gibt es viele Absolventen, die auch nur auf diese Weise den Sprung in die Berufswelt schaffen. Der gebotene Schutz vor Arbeitslosigkeit wird durch Unzufriedenheit mit Karriere und Gehalt erkauft. Mich beschäftigt das momentan auch sehr. Ich schaue mich um, welche Berufsbranchen sich noch für mich anbieten, denn ich habe ein Studium in Chemie angefangen und bin damit nicht so glücklich. Ich habe mich gefragt, welche Berufe gibt es, die auch später noch Zukunft haben, und bin über diese interessante Seite auf die Lebensmitteltechnologie gestoßen. Die Branche soll zukünftig stärker an Stellenwert gewinnen. Ich kann mir sogar schon erlangte Studienpunkte anrechnen lassen bei einem Studiengangwechsel, das ist cool. Ich könnte mir vorstellen, dass ich in der Branche Fuß fassen werde. Schon ein Fachwirt für Lebensmitteltechnologie verdient nach der Ausbildung gutes Geld. Ein Studium könnte sich daher um des höheren Gehaltes willen lohnen. Für mich steht jedenfalls fest, dass ich mich nicht veräppeln lassen möchte von Firmen, die Absolventen wie Minijobber behandeln. Diese Entwertung eines Studienabschlusses durch Start-up- und andere Jungunternehmen (und ja es gibt auch Großunternehmen, die nicht besser sind) ist mir einfach zuwider und ich möchte doch noch schnell die Kurve kriegen, ehe ich mich in dieses Netz verfange. Zwischendurch habe ich auch überlegt, dass öffentlicher Dienst nicht schlecht wäre, aber da scheinen mir die potenziellen Jobs recht festgefahren zu sein. Die IT Branche habe ich für mich ausgeschlossen, weil ich Hobby und Beruf nicht vermischen möchte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 19.02.2019 16:50 
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 Betreff des Beitrags: Re: Wie hoch ist euer Einnahmeüberschuss?
BeitragVerfasst: 22.02.2019 09:58 
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Hello RSBasic,

danke fürs Willkommenheißen :)

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